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Bericht von der Berlin-Premiere von "Draußen am See"
Gestern abend fand die Berlin-Premiere von Draußen am See statt. Ein Besucher dieser Webseite hat mir freundlicherweise diesen exklusiven Bericht geschickt. Vielen Dank dafür!
Gestern abend lief im Babylon-Kino in Berlin - einem alt ehrwürdigen Kino an dem die Zeit der Cineplexe spurlos vorbei gegangen ist - die erste öffentliche Vorführung von Draußen am See. Der Film, der bereits letztes Jahr auf dem Münchener Filmfest seine eigentliche Premiere hatte und auch schon erfolgreich auf diversen anderen Festivals - auch im Ausland - gezeigt wurde, wurde quasi hier das erste Mal auch der normalen Öffentlichkeit vorgeführt.
Ein Großteil des doch recht gut gefüllten Kinos schien jedoch irgendeine direkte Beziehung zum Film oder zum Filmteam oder den Schauspielern zu haben - alle schienen sich untereinander zu kennen.
Sina kam in Begleitung ihrer Schwester Sarah und sah von ihrem kürzlichen Thailand-Urlaub noch recht braungebrannt aus. Neben ihr waren alle anderen Hauptdarsteller sowie einige Nebendarsteller anwesend.
Zuerst wurde jedoch der Film gezeigt. Im Wesentlichen geht es darum, wie eine Familie, in der vordergründig bis auf die "üblichen" Generationsprobleme alles harmonisch zu sein scheint, mit dem Beginn der Arbeitslosigkeit des Familienvaters erst langsam, dann immer schneller zerbricht. Das Drehbuch überrascht hier mit einigen Wendungen und trägt manchmal vielleicht etwas zu dick auf, dennoch ist wirklich gut beschrieben, wie die dann doch recht unterschiedlichen Charaktäre immer weiter auseinander driften. Und Gott sei Dank geht es hier mal nicht um das Thema sexueller Mißbrauch, obwohl der Trailer zum Film diese Möglichkeit angedeutet hat. Auch das spricht dann für das Drehbuch.
Wirklich packend sind die schauspielerischen Leistungen der vier Hauptdarsteller - und vor allem von Elisa Schlott, die die jüngste Tochter Jessika spielt und aus deren Sicht die gesamte Geschichte erzählt wird. Vor allem, wenn man das Alter von Elisa (zur Drehzeit 15 Jahre) bedenkt. Aber auch die anderen drei Hauptdarsteller Petra Kleinert, Michael Lott und natürlich Sina Tkotsch liefern eine Spitzenleistung ab. Sinas Rolle Caro schwankt hier zwischen der schnippschen Tochter, die ihre ganze Familie für total spießig hält über die Rolle der großen Schwester, die sich aber eigentlich nicht wirklich für ihre kleine Schwester interessiert, bis sie gegen Ende des Films zur Ersatzmutter für Jessika entwickelt. Wirklich toll gespielt - mir würde auch spontan keine andere deutsche Schauspielerin einfallen, die diese Rolle so ausfüllen könnte wie Sina.
Es ist schön, dass Sina zwischen Filmen wie Gangs oder seichten TV-Serien immer mal wieder solche Filme einstreut (bzw. auch solche Rollenangebote bekommt und annimmt) - für mich gehört sie zu den ganz großen Talenten in Deutschland. Und aus Elisa Schlott wird definitiv mal eine ganz große deutsche Schauspielerin, wenn sie dabei bleibt.
Der Film endet ohne wirkliches Happy-End und lässt Interpretationsmöglichkeiten für weitere Entwicklungen in jede Richtung offen.
Fazit: Ein sehr guter, nachdenklich stimmender Film mit einigen wenigen Drehbuchschwächen, die aber durch die grandiosen Schauspieler nicht wirklich ins Gewicht fallen. Man muß ja außerdem berücksichtigen, dass der Film ohne Fördermittel entstanden ist, was die Arbeit sicher nicht einfacher gemacht hat. Eigenartig finde ich allerdings die offizielle Pressemappe, in denen vom "Verlust der Unschuld" [bei Jessika] oder von der "Schwester [Caro] nur noch an Sex und Jungs interessiert ist" die Rede ist. Das kommt so im Film gar nicht vor und klingt einfach sehr reißerisch und so eine Art von Werbung oder Beschreibung hat der Film gar nicht nötig.
Im Anschluß an den Film wurde das anwesende Team und die Haupt- und einige Nebendarsteller auf der Bühne kurz vorgestellt, anschließend konnte man mit diesen im Foyer fachsimpeln - leider hatte ich dazu keine Zeit mehr und so konnte ich auch kein Foto mehr mit Sina schießen - die einfach fantastisch aussieht, auch oder gerade weil sie einfach in ganz normalen Klamotten scheinbar direkt von zuhause gekommen war.
Endfazit: Auf jeden Fall anschauen, wenn der Film endlich einen Verleih findet.
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| Premie_DaS_01.jpg | 285.22 KB |
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