Gangs - Eine Rezension

Genau einen Monat nach dem Kinostart, habe ich mir heute endlich Sinas neuesten Film Gangs angeschaut.

Zusammengefasst kann man sagen, dass meine geringen Erwartungen an den Film ziemlich genau erfüllt wurden.

Regisseur Rainer Matsutani, der mit Gangs-Hauptdarstellerin Emilia Schüle vor ein paar Wochen die deutsche Fernsehwelt mit Faktor 8 - Der Tag ist gekommen heimsuchte, ist ein bemerkenswert belangloses Stück Teenager-Kultur "gelungen".

Das liegt wohlgemerkt nicht an Sina. Sie ist ja nur in der Nebenrolle als Sophies (Emilia Schüle) Freundin Stella zu sehen und es ist auch wirklich nur eine Nebenrolle. Mehr als zwei Sätze hintereinander hat Sina nicht zu sprechen. Wie üblich spielt Sina das, was sie spielen darf souverän, vielleicht auch gut, aber wie gesagt, man kann es kaum beurteilen, weil es leider viel zu wenig ist. In den wenigen Balletszenen nimmt man ihr die Rolle als Ballettänzerin durchaus ab, dass sie tänzerisches Talent hat, hat sie ja schon in Wie erziehe ich meine Eltern? gezeigt. (Ich werde sie im nächsten Interview mal fragen, ob sie tatsächlich mal Balletstunden hatte.)

Der Rest... naja... absolut vorhersehbar, in allen Einzelheiten. Etwas überraschend stirbt Chris, der Anführer der Rox (so heißt die Gang, in dessen Mitglied Flo sich die Hauptrolle Sophie verliebt) NICHT, normalerweise muß ja in solchen Dramen immer eine Person über die Klinge springen, um das ganze melodramtischer werden zu lassen. Es hätte den Film aber auch nicht gerettet, oder ihm vielleicht sogar noch mehr geschadet, denn dieser Nicht-Tod war eigentlich das einzig überraschende des Films.

Auch wenn das hier eine Page über Sina ist, möchte ich doch noch kurz auf die beiden männlichen Hauptdarsteller, die Ochsenknechtbrüder Jimi Blue und Wilson Gonzales eingehen. Mein Gott, sind die schlecht. Was in den "Wilden Kerlen" noch irgendwie durch die teilweise fantasievollen Stories überdeckt wurde, tritt hier schonungslos zu Tage: Die beiden sind alles, aber bestimmt keine Schauspieler. Ohne Emotionen spielen die beiden den ganzen Film mit der gleichen Mimik, egal ob sie trauern, böse Gangsta oder romantische Verliebte sind.

OK, ich bin vielleicht auch nicht objektiv, aber ich finde, dass Emilia Schüle ihre Rolle deutlich besser spielt als ihr männlicher Gegenpart Jimi Blue Ochsenknecht - Mädchen, werden das vielleicht anders sehen.

Ansonsten ist der Film aber wenigstens unterhaltend, wenn man auch aus der Kombination Rambo/Eisen (Eisen ist der Name einer Bulldogge, die einem bulligen Typen namens Rambo gehört) wesentlich mehr, auch komödiantische Szenen, hätte machen können, ja müssen.

Im Gegensatz zu Dramen wie Beautiful Bitch oder Draußen am See ist die Klasse von Sina hier kaum gefordert worden, andererseits ist dieser Film aufgrund der Zielgruppe sicherlich ihr bislang kommerziell erfolgreichster Kinofilm und die Steigerung ihres Bekanntheitsgrades ist ja auch nicht zu verachten. Und schön anzusehen ist sie sowieso immer. Also: Ansehen! :-)

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